Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026

Gewählt am 6. September 2026

Wahl auf einen Blick

Wahltermin 6. September 2026
Wahlbeteiligung 77,8 % (2021: 60,3 %)
Wahlberechtigte ca. 1,8 Millionen
Wahlsystem Personalisierte Verhältniswahl (Erst- und Zweitstimme)
Sperrklausel 5 %
Sitze 83 (Mehrheit ab 42)
Stärkste Kraft AfD, 43,8 % (Ulrich Siegmund)
Bisherige Koalition CDU, SPD, FDP unter Sven Schulze

Ergebnis der Landtagswahl 2026

Wahl vom 6. September 2026 — Wahlbeteiligung: 77,8 % (2021: 60,3 %)

Partei Ergebnis 2026 Sitze 2021
AfD
43,8 % 39 20,8 %
CDU
17,2 % 15 37,1 %
SPD
9,3 % 8 8,4 %
Grüne
8,9 % 8 5,9 %
Linke
8,6 % 8 11,0 %
BSW
5,3 % 5
FDP
2,6 % 0 6,4 %
Sonstige
4,3 % 0 10,4 %

Vorläufiges amtliches Endergebnis. 83 Sitze insgesamt, absolute Mehrheit ab 42. Stand: 07.09.2026

Ergebnis der vorherigen Wahl 2021

Landtagswahl vom 6. Juni 2021 — Wahlbeteiligung: 60,3 %

Partei Ergebnis 2021
CDU
37,1 %
AfD
20,8 %
Linke
11,0 %
SPD
8,4 %
FDP
6,4 %
Grüne
5,9 %
Sonstige
10,4 %

Einordnung

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 hat die politische Landschaft des Bundeslandes grundlegend verschoben. Die AfD kommt auf 43,8 % und hat ihr Ergebnis von 2021 (20,8 %) damit mehr als verdoppelt. Es ist der größte Zuwachs, den eine Partei bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt je erzielt hat. Mit 39 der 83 Mandate verfehlt sie die absolute Mehrheit dennoch um drei Sitze.

Für die CDU, die Sachsen-Anhalt seit 2002 ununterbrochen regiert hat, ist das Ergebnis ein historischer Einbruch. Von 37,1 % im Jahr 2021 stürzt die Partei auf 17,2 % ab — ein Verlust von fast 20 Prozentpunkten und das mit Abstand schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte im Land. Ministerpräsident Sven Schulze führt damit nur noch die zweitstärkste Fraktion.

Bemerkenswert ist die Wahlbeteiligung: Sie stieg von 60,3 auf 77,8 % und damit um 17,5 Prozentpunkte. Die Wahl hat also weit mehr Menschen mobilisiert als die vorangegangene — ein Hinweis darauf, dass das Ergebnis nicht allein auf Wanderungen zwischen den Parteien beruht, sondern auch auf zuvor Nichtwählern.

Die Umfragen hatten die AfD zutreffend eingeschätzt (41 bis 43 % gegenüber 43,8 %), das Ausmaß des CDU-Absturzes jedoch deutlich unterschätzt: Zuletzt wurde sie bei 22 bis 23 % gesehen. Auch die Grünen (8,9 statt 5 bis 6 %) und das BSW (5,3 statt 4 %) schnitten besser ab als prognostiziert, die Linke mit 8,6 statt 11,5 bis 12 % schwächer. Das BSW zieht damit erstmals in den Landtag ein, die FDP scheitert mit 2,6 % klar an der Sperrklausel, nachdem sie 2021 noch 6,4 % erreicht hatte.

Die Regierungsbildung ist rechnerisch außerordentlich schwierig. Da alle übrigen Parteien eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen haben, existiert nur eine einzige Mehrheit ohne sie — und zwar ein Bündnis aller fünf verbleibenden Fraktionen: CDU, SPD, Grüne, Linke und BSW kommen zusammen auf 44 der 83 Sitze. Jede kleinere Kombination scheitert. CDU, SPD, Grüne und Linke erreichen gemeinsam exakt 39 Sitze und damit nur den Gleichstand mit der AfD.

Historisch betrachtet war Sachsen-Anhalt lange eine Bastion der CDU in Ostdeutschland. Die Verschiebung hin zur AfD fügt sich in einen gesamtostdeutschen Trend ein: Auch in Thüringen und Sachsen war die AfD bei den Landtagswahlen 2024 stärkste Kraft geworden — in Sachsen-Anhalt fällt ihr Vorsprung nun jedoch deutlich größer aus. Für die politische Landschaft in ganz Deutschland hat das Ergebnis Signalwirkung, insbesondere mit Blick auf die Frage, wie tragfähige Regierungskoalitionen in den östlichen Bundesländern künftig überhaupt noch gebildet werden können.